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Politiker sind auch nur Menschen
Foto: Marco Stepniak

Politiker sind auch nur Menschen

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Larissa Kolakowski (19) aus der Fraktion DIE LINKE ist das jüngste Mitglied im Marler Stadtrat. Im Interview spricht sie über ihren Einstieg in die Politik, warum junge Perspektiven fehlen und Zusammenhalt für die Stadt so wichtig ist.

Du bist erst 19 Jahre alt und das jüngste Mitglied im Marler Stadtrat. Wie fühlt sich das an?

Am Anfang ist es ein komisches Gefühl. Der Bürgermeister oder Ratsmitglieder sind ja Persönlichkeiten, zu denen man früher irgendwie aufgeschaut hat. Aber wenn man dann mit ihnen arbeitet, merkt man schnell: Das sind auch nur Menschen mit einem Privatleben.

Seit wann engagierst du dich politisch – und wie kam der Schritt in die Partei?

Parteipolitisch noch gar nicht so lange, etwa seit anderthalb Jahren. Politisch interessiere ich mich aber schon viel länger, eigentlich seit der sechsten oder siebten Klasse. Der „richtige“ Einstieg kam über Queer- und Frauenrechte sowie das Engagement in der Schülervertretung. Der Schritt in die Partei kam dann eher unspektakulär. Ich habe mich online angemeldet, dann kam eine Einladung zu einem Treffen, ich habe Leute kennengelernt – und plötzlich war ich mitten im
Wahlkampf.
.
Wirst du im Rat unterschätzt, weil du so jung bist?

Zum Glück bisher nicht. Viele sagen eher: Wie schön, dass junge Leute dabei sind. Gerade im Kinder- und Jugendhilfeausschuss wird das sehr wertgeschätzt.

Welche Themen sind für Marl – und besonders für junge Menschen – gerade wichtig?

Der Zusammenhalt in der Stadt. Eine Kommune lebt davon, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Deshalb brauchen wir Orte und Veranstaltungen, die Begegnung möglich machen. Für junge Menschen sind Wohnraum, Mobilität und Freizeitangebote zentrale Themen. Viele können sich kein Auto leisten oder sind noch minderjährig – ein funktionierender ÖPNV ist deshalb extrem wichtig. Gleichzeitig fehlen oft Orte, an denen man sich treffen oder engagieren kann.

Werden diese Perspektiven im Rat ausreichend berücksichtigt – und wie siehst du deine Zukunft in der Politik?

Nicht immer. Viele Ratsmitglieder kommen aus anderen Lebensrealitäten. Wer mit dem Auto fährt und mitten im Berufsleben steht, hat andere Prioritäten als jemand, der auf Bus und Bahn angewiesen ist. In diese neue Verantwortung wachse ich gerade noch hinein, darf aber auf eine tolle Fraktion zählen, die mich unterstützt. Perspektivisch fühle ich mich in meiner Rolle gerade sehr wohl und kann mir gut vorstellen, weiterhin in der Kommunalpolitik aktiv zu sein. Wichtig ist mir vor allem, dass die demokratischen Fraktionen stärker zusammenarbeiten. Viele wollen ähnliche Dinge für die Stadt erreichen – wenn man mehr auf die Gemeinsamkeiten schaut, kann man auch mehr bewegen,

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