Hightech, Logistik und neue Perspektiven: Mit dem Omni Channel Hub von Thalia entsteht in Marl ein zukunftsweisender Arbeitsort: modern, vernetzt und mit bis zu 1.000 Jobs für die Region.
Zwischen Fördertechnik, Robotik und klar strukturierten Abläufen wächst auf dem ehemaligen Bergbauareal ein Ort, der weit über klassische Lagerlogistik hinausgeht: der neue Thalia Omni Channel Hub. Hier wird künftig der Warenfluss für Filialen und Endkunden gebündelt, gesteuert und optimiert. Schneller, präziser und näher am Herzen des Buchhandels in NRW. „Das wird eine moderne Anlage mit modernen Arbeitsplätzen. Das hat nichts mit traditioneller Lagerlogistik zu tun“, betont Marco Rebohm, Geschäftsführer Logistik & Supply Chain Thalia.
Wo Technologie und Teamwork zusammenkommen
Herzstück des Standorts ist eine der leistungsstärksten AutoStore-Anlagen Deutschlands: Mehrere hundert Roboter bewegen bis zu 280.000 Boxen und versorgen automatisierte Packplätze just-in-time. „Das muss man sich vorstellen wie einen riesigen Zauberwürfel“, erklärt Standortleiter Andreas Hennig. „Mit bis zu 750 Robotern können wir hier über 100 Millionen Teile im Jahr abwickeln.“ Führung findet dabei bewusst nah am Geschehen statt: „Wir brauchen keine Führungskräfte, die im Büro sitzen, sondern Leute, die hier bei den Menschen sind.“
Neue Arbeit, neue Chancen
Bis zu 1.000 Arbeitsplätze sollen perspektivisch entstehen. „Wir werden Kommissionierer haben, Techniker, Ingenieure, aber auch Mitarbeitende im Performance Management und in der Verwaltung“, sagt Hennig. Auch Ausbildung spielt eine zentrale Rolle: „Wir haben bei Thalia rund 700 Azubis, und das wollen wir hier weiterführen.“ Es laufen bereits konkrete Schritte zur Personalgewinnung: Erste Bewerbungen sind eingegangen, der Aufbau des Teams hat begonnen. Gemeinsam mit dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit in Marl sollen weitere Arbeitskräfte aus der Region gezielt angesprochen und in Beschäftigung gebracht werden.
Logistikstandorts. Foto: Andre Chrost
Neben der Technik rücken die Arbeitsbedingungen in den Fokus. Höhenverstellbare, ergonomische Arbeitsplätze, großzügige Sozialräume, Kantine, Umkleiden und moderne Besprechungsräume gehören zum Konzept. „Das ist ein dankbarer Job. Wir arbeiten mit Büchern, Spielwaren und Geschenken, nicht auf dem Bau bei Kälte“, beschreibt Andreas Hennig das Umfeld augenzwinkernd. Auch Nachhaltigkeit ist fest verankert: „Wir wollen, dass möglichst wenig Luft verschickt wird“, meint Marco Rebohm mit Blick auf die neuen Verpackungsmaschinen, die Kartons passgenau zuschneiden. Photovoltaikanlage, Effizienzhaus-40-Standard und Dachbegrünung unterstreichen den ökologischen Anspruch.
Signal für die Region
Für Marl bedeutet der neue Hub mehr als eine Investition: Er steht sinnbildlich für den Wandel von der Montanindustrie hin zu einer vernetzten, digital gesteuerten Arbeitswelt. „Wir wollen Teil der Region werden“, versichert Andreas Hennig. Nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Akteur im Stadtleben. Auch räumlich möchte sich Thalia mit Marl und seiner Geschichte verbinden. In Besprechungs- und Pausenräumen sollen Motive der ehemaligen Zeche Auguste Victoria aufgegriffen werden, die den Standort jahrzehntelang prägte. „Wir wollen, dass die Menschen sich hier wiederfinden“, betont Hennig. Zwischen Tradition und Innovation entsteht so ein Ort, der zeigt, wie sich Arbeit verändert: leiser, präziser, digitaler. Aber weiterhin von Menschen getragen.