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Ein Experiment: "Was passiert, wenn nichts passiert? - in Marl"
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Ein Experiment: "Was passiert, wenn nichts passiert? - in Marl"

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Skulpturenmuseum bietet Workshopreihe mit der Künstlerin Denise Ritter.

Was nehmen wir wahr, wenn wir den Blick vom Smartphone heben und bewusst die Umgebung betrachten? Inspiriert von dem französischen Autoren Georges Perec, der sich 1974 für drei Tage auf einen Pariser Platz setzte und ausschließlich das vermeintlich Unbedeutende notierte, lädt das Skulpturenmuseum Marl zu einem besonderen Kunstprojekt im Stadtraum ein.

Gemeinsam mit der renommierten Soundkünstlerin Denise Ritter können Bürgerinnen und Bürger Marl aus einer völlig neuen Perspektive entdecken. Bei dem gemeinsamen Streifzug stehen keine Sehenswürdigkeiten im Fokus, sondern das Alltägliche. Die Teilnehmenden verweilen an Orten, an denen man sonst meist achtlos vorbeigeht: einer Verkehrsinsel, einem Parkplatz oder einer Straßenecke. “Was passiert, wenn nichts passiert? — In Marl” - mit dieser Frage lädt das Skulpturenmuseum Marl am 31. Mai um 14 Uhr zu einem Wahrnehmungsexperiment im Marler Stadtraum ein.


Innehalten, Lauschen und Festhalten


Der Spaziergang lädt dazu ein, innezuhalten und der Atmosphäre des Stadtraums nachzuspüren. Was löst eine Straßenecke in uns aus? Welche Details fallen auf, wenn die Hektik des Alltags verstummt – sei es der Löwenzahn in einer Betonritze, das mechanische Geräusch einer sich schließenden Bustür oder die plötzliche Kälte im Schatten eines Hochhauses?

Die Teilnehmenden sind eingeladen, diese Momente bewusst wahrzunehmen, zu schweigen, zuzuhören und ihre Eindrücke in gemeinsamen Sprachaufnahmen festzuhalten. Gesammelt wird all das, was berührt, an Vergangenes erinnert oder im Alltag schlicht übersehen wird.


Von der Momentaufnahme zum Kunstwerk


Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse nötig, nur die Bereitschaft, den eigenen Wahrnehmungen Stille und Stimme zu geben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden angeleitet. Die gesammelten Eindrücke und Tonaufnahmen der Teilnehmenden bilden das Fundament für ein bleibendes Kunstwerk: Im Anschluss an den Spaziergang wird Denise Ritter auf Basis des Materials ein exklusives Hörstück sowie eine kartographische Cyanotypie-Arbeit (ein historisches Fotodruckverfahren) für das Skulpturenmuseum Marl entwickeln.


Anmeldung ab sofort möglich


Das erste Wahrnehmungsexperiment findet statt am Sonntag, 31. Mai, 14 Uhr. Treffpunkt: Skulpturenmuseum Marl, Georg-Herwegh-Straße 63-67, 45772 Marl-Hüls. Dauer: ca. 2,5 Stunden. Teilnahme: kostenfrei, max. zehn Personen, ab 16 Jahren
Anmeldung unter: marl@gegenort.com


Die weiteren Wahrnehmungsexperimente finden mehrmals zwischen Mai und August statt. Die weiteren Termine in anderen Stadtteilen Marls werden fortlaufend bekannt gegeben.


Das Projekt wird geleitet von Denise Ritter — Künstlerin, Komponistin und Geographin. Der vernetzte Blick auf Landschaftsräume und ihre Atmosphären ist ein Grundprinzip ihrer künstlerischen Arbeit: In Klanginstallationen, elektroakustischer Musik und kartographischen Cyanotypien untersucht sie, wie Menschen Orte wahrnehmen und sich zu ihnen in Beziehung setzen. Für ihre Werke wurde sie u. a. mit dem Deutschen Klangkunst-Preis ausgezeichnet. (www.gegenort.com)
„Was passiert, wenn nichts passiert? — In Marl.“ Wird im Rahmen des Förderprogramms #ARTinprogress des Kultursekretariats NRW Gütersloh durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Info
Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Georg-Herwegh-Straße 63-67
45772 Marl

http://www.skulpturenmuseum-glaskasten-marl.de/

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