Im Volkspark ist aktuell Zentimeterarbeit gefragt - am Montag, 2. November, wurden drei der insgesamt sechs neuen Brücken geliefert und montiert.
Die Montage ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Volkspark in einen hybriden Klimapark umzugestalten und damit ein Meilenstein für den zweiten Bauabschnitt.
Ein Bagger hebt die tonnenschweren Stahlkonstruktionen hoch in die Luft, jetzt ist Handarbeit gefragt: Mit Zollstock und Maßband kontrolliert das Bauteam immer wieder, ob die Brückenteile genau sitzen. Denn bevor die Konstruktionen im Fundament verschraubt werden können, muss alles passen.
Gut im Zeit- und Kostenplan
Das genaue Fertigstellungsdatum des Bauvorhabens hängt von den Witterungsverhältnissen im Winter ab. Grund zur Sorge besteht deswegen aber keine. „Wir sind absolut im Zeit- und Kostenplan und werden rechtzeitig zur Internationalen Gartenschau im April fertig sein“, sagt Vivien Wiers, Leiterin des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Die Installation der Brücken ist nicht das einzige Zeichen dafür, dass es im Volkspark vorangeht: Zahlreiche Teilarbeiten sind bereits abgeschlossen. Dazu zählen mehrere zurückgebaute Wegeinfassungen und Wegoberflächen sowie Vorbereitungen für Spielbereiche. Noch müssen sich die Kids aber ein wenig gedulden. Da nach wie vor einzelne Spielgeräte fehlen, ist das Spielen noch untersagt. Auch bei den Erdarbeiten zeigt sich Projektleiter Lukas Bachmann positiv gestimmt: „Die insgesamt eineinhalb kilometerlangen Rohrleitungen für die Elektrokabel der Beleuchtung sind final verlegt. Wir konnten bereits 80 Prozent der Mastleuchten aufstellen.“
Modulare Brücken
Ursprünglich sollten die Brücken im Volkspark als Ganzes angeliefert werden, die Größe der Brücken hätten das logistisch jedoch nur schwer möglich gemacht. „Die Brücken haben teilweise eine Breite von mehr als drei Metern. Sie durch den Volkspark zu transportieren, wäre ein enormer Aufwand gewesen, da im dichteren Wald schlicht kein Platz für den Transport ist“, sagt Vivien Wiers. Im Verlauf der Planung entschied man sich deshalb für modulare Brücken. Hier wird die Brücke in Teilen auf dem Fundament platziert und anschließend miteinander verschraubt.
„Wir brauchen keinen großen Kran, der die Brücken anhebt und dabei Gefahr laufen würde, Natur und Konstruktionen zu beschädigen. Die modularen Brücken bringen für die Montage also nur Vorteile“, so Vivien Wiers weiter. Durch die Umstellung auf modulare Brücken entstanden übrigens auch keine Mehrkosten.
Brücken noch nicht freigegeben
Um die Brücken dauerhaft wetterbeständig zu machen, besteht der Bodenbelag aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Das Material verhindert, dass die neuen Konstruktionen wie die ursprünglichen Holzbrücken verfallen. Zusätzlich erhält der Bodenbelag eine rutschfeste Beschichtung, damit Fußgängerinnen und Fußgänger auch bei Nässe nicht auf den Brücken ausrutschen. Vorerst sind die Brücken jedoch noch nicht freigegeben, da die Arbeiten an den Wegen noch ausstehen.
So geht es weiter
Auch in den nächsten Wochen gehen die Arbeiten im Volkspark weiter: Sobald ihre Fundamente stehen, finden auch die restlichen drei Brücken ihre Plätze. Die Fertigstellung der Wegoberflächen sowie das Aufstellen von Bänken, Abfalleimern, Fahrradständern und die Bepflanzung der Parkanlage erfolgen zeitnah.
Hohe Bundesförderung
Die Umgestaltung und Sanierung des Volksparks wird als Teilprojekt der IGA 2027 mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ gefördert. Insgesamt sind für das Projekt Kosten in Höhe von 4,9 Millionen Euro veranschlagt – 4,4 Millionen Euro an Bundesmitteln sowie 500.000 Euro aus dem städtischen Haushalt.
Am Volkspark
45768 Marl